Über 700 Frauen* beteiligen sich am Frauen*streik am 14. Juni 2019 in Zug
Der 14. Juni 2019 steht in der Schweiz für die grösste soziale Bewegung der jüngeren Geschichte, über 500’000 Frauen* und solidarische Männer haben für Gleichstellung demonstriert. Auch in Zug gab es zahlreiche Veranstaltungen und Frauen* welche auf ihre Art sich am Streik beteiligten.
Bereits am Morgen fanden in Zug in zahlreichen Kirchengemeinschaften Veranstaltungen in Verbindung mit dem Streik statt. Auch in verschiedenen Betrieben haben Frauen* auf ihre Art gestreikt. Viele Arbeitnehmer haben die Bemühungen der Frauen* mit Gegenmassnahmen versucht zu unterdrücken.
Um 15.24 fanden sich 200 Frauen* vor dem Regierungsgebäude ein. Unter grossem Lärm wurde ein Forderungskatalog übergeben. Daneben wurde ein Einzahlungsschein für die Care Arbeit, welche die Frauen* in Zug jährlich unbezahlt leisten, übergeben. Der Betrag belauft sich auf rund 3.6 Milliarden jährlich. Wir fordern endlich eine bessere Absicherung und Entschädigung für die unbezahlte Care Arbeit. Daneben sind die Wiedereinführung des Gleichstellungsbüros, die Unterzeichnung der Lohncharta des Bundes und die Wahl einer Frau als Vertreterin des Kanton Zugs in Bundesbern.Wir sind enttäuscht dass trotz Ankündigung niemand von der Regierung bereit war unsere Forderungen entgegen zu nehmen. Gegen 17.30 trafen sich dann über 600 Menschen beim Alpenquai für die Demonstration. Am Offenen Mikrofon haben zahlreiche Frauen* ihrer Wut über die fehlende GleichstellungLuft gemacht. Die Stimmung war berührend, so viele Frauen* welche von ihren persönlichen Erfahrung sprachen. Die Demonstration zu Landsgemeinde Platz war so gross wie es Zug noch selten gesehen hat. Wir skandierten unteranderem die Parolen: «Gleichstellung jetzt!» und «Mehr Lohn, Mehr Zeit und Respekt für eine andere Welt».
Angekommen am Landsgemeindplatz hielt Virginia Köpfli als Mitglied des Zuger Frauen*streikkomites eine Rede in der sie unter anderem über persönliche Übergriffs Erfahrungenberichtete, viele Anwesenden waren sichtlich gerührt. Sie beendete ihre Rede mit den Worten «Zusammen können wir die Welt verändern und hier und heute schreiben wir gerade Geschichte». Anna Luttenbergerund Käty Hofer stellten in ihren beiden Reden den Bezug zum Streik 1991 her und wie wenig sich seit her geändert hat.
Das Kulturelle Rahmenprogramm startete mit den Delilahs. Die zwei Poetry Slammerin Piera Cadruvi und Ulla Klomptraten auf. Ebenfalls performte die Zuger Künstlerin Laura Livers.
Wir Organisatorinnen ziehen extrem positives Fazit aus dem Frauen*streiktag, insgesamt waren es über 700 Frauen* welche sich am Streik beteiligten. So zahlreich wie dies in der neueren Geschichte des Kanton Zugs nicht mehr vorgekommen ist. Nun sehen wir die Politik und Wirtschaft in der Pflicht etwas zu ändern. Im Herbst sind Wahlen und unsere Forderung nach einer Frau* in Bern bekommt mit dem 14. Juni 2019 so vielenormes Gewicht. Ausserdem wollen wir nicht, dass der 14.Juni eine einmalige Sache bleibt. Wir planen ein Anschlusstreffen in Zug, um uns zusammen Gedanken zu machen wie wir den Druck aufrechterhalten können. Der erste Austausch wir in einem ungezwungenen Rahmen stattfinden, ein Stammtisch. Wir treffen uns am Freitag dem 21. Juni um 19.30 in der Althus Bar.